Windkraftanlagen und Vogelschutz im Landkreis

Nach eingehenden Diskussionen innerhalb der Vorstandschaft kam es zum Beschluss, der Genehmigung der Windparks bei Wülfershausen und Wargolshausen grundsätzlich zuzustimmen.

13.03.2017

Nach eingehenden Diskussionen innerhalb der Vorstandschaft kam es zum Beschluss, der Genehmigung der Windparks bei Wülfershausen und Wargolshausen grundsätzlich zuzustimmen. https://rhoen-grabfeld.bund-naturschutz.de/energie-wasser-verkehr/windkraft.html
Auch dem Windpark Streu- und Saale stimmt die Kreisgruppe zum heutigen Zeitpunkt zu.

Die Einzelheiten zu entscheiden, liegt  beim Landratsamt.

Begründung:

Um die Energiewende voranzubringen, sind auch Windanlagen in unserem Landkreis erforderlich. Dies erfordert auch die Abwägung, welchen Risiken man den Vögeln zumuten kann, was das Landratsamt ebenfalls getan hat. – Durch den Auto- und Schienenverkehr kommen im Durchschnitt wesentlich mehr Vögel zu Schaden als durch Windkraftanlagen – darunter auch Greifvögel.  So wird immer wieder in der Lokalpresse (Mainpost) über Kollisionen mit Bussarden berichtet. Über die von Windrädern getöteten Vögel wird interessengeleitet viel diskutiert, doch wie sind die Zahlen bei Vogelschäden an Glasscheiben, Freileitungen, Straßen, Bahnstrecken usw.? Fakten ermittelte z. B. der BUND Baden-Württemberg siehe auch: http://www.bund-rvso.de/windenergie-windraeder-voegel-fledermaeuse.html
Bei allen ermittelten bzw. geschätzten Todesfällen von Vögeln lässt sich eine eindeutige Tendenz ablesen: Der Straßenverkehr fordert im Vergleich zu den Windrädern die bis zu 100fache Anzahl von Vogelopfern!  Die Frage, wie viel davon Rotmilane sind, ist zahlenmäßig nicht nachweisbar.

Trotzdem ist eindeutig zu erkennen: Die Zahl der getöteten Vögel durch Windkraftanlagen liegt wesentlich niedriger als durch den Verkehr. Das verschweigen jedoch die Gegner der Windräder oder ist ihnen nicht bekannt. Risiken sind für die Vögel in unserer Kulturlandschaft unvermeidbar:  Vögel aller Arten kommen vor allem durch unsere Bauwerke und Verkehrsmittel zu Tode
http://www.bund-rvso.de/windenergie-windraeder-voegel-fledermaeuse.html

Natürlich ist es für uns Naturschützer sehr bedauerlich, dass durch Windkraftanlagen die Zahl der getöteten Vögeln noch erhöht wird.

Weitaus der größte Schaden droht jedoch durch einen voranschreitenden Klimawandel.

Trockenheit, vermehrte Unwetter und Tropentage usw. verändern das Klima auch in unserer Region und schaden Mensch und Natur und damit auch der Vogelwelt.
Die Energiewende ist uns so wichtig, dass wir die Abwägungen des Landratsamtes nachvollziehen können, wenn dort auf den Erhalt der gesamten Art hingewiesen wird. Und dies geschieht eben auch durch das Rotmilan-Projekt in der Rhön, wo der BUND die Errichtung von Windkraftanlagen ausschließt.

Wir stimmen zum heutigen Zeitpunkt dem Windpark Wargolshausen/Wülfershausen ebenso wie dem Windpark Streu und Saale mit den entsprechenden Forderungen nach Schutzmaßnahmen für die Vögel zu. Bereits beim Genehmigungsverfahren wiesen wir darauf hin, dass eine Umzingelung von Wohngebieten zu vermeiden sei.

Im Blick auf unseren Landkreis halten wir es für erforderlich, dass wir unseren Beitrag zur Energiewende weiterhin leisten, auch durch Windräder– eben unter Berücksichtigung der genannten Schutzmaßnahmen und Gesichtspunkte.

Die Kreisgruppenvorsitzenden: 
Helmut Bär & Susanne Richter