Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz feierte ihren 40. Geburtstag

25.09.2016

Symbolbaum gepflanzt und Ehrungen vorgenommen

Bad Neustadt (rv) Eine Winterlinde, die zu einem stattlichen Baum heranwachsen wird, hat der Landesverband dem Kreisverband des Bund Naturschutz Rhön-Grabfeld zum 40. Geburtstag geschenkt. Sie fand einen Platz im Pershore-Garten und wurde am Samstag zum Auftakt des Festabends mit einem entsprechenden Schild versehen und begossen. Der Bauhof hatte ihn zuvor fachgerecht eingepflanzt.

Die Linde ist der Symbolbaum des BN und steht für Frieden, Treue und Gerechtigkeit, wegen der herzförmigen Blätter und der außerordentliche Ausschlagfähigkeit auch für das Leben und das Glück. Das weiche Holz lässt sich sehr gut in geschnitzte Kunstwerke verwandeln, wie BN-Landesvorsitzender Prof. Dr. Hubert Weiger später erläuterte. Er war bei der Gründungsversammlung der Kreisgruppe vor 40 Jahren anwesend und ließ es sich nicht nehmen am 40. Geburtstag die Festansprache zu halten.

Im Alten Amtshaus begrüßten die beiden Vorsitzenden Susanne Richter und Helmut Bär die zahlreichen Gäste, die musikalische Umrahmung hatte der Gitarrist Carlo Hilsdorf aus Geroda übernommen. 1400 Mitglieder zählt die Kreisgruppe mit ihren drei Ortsgruppen und ist damit der mitgliederstärkste Verein. Wie Richter betonte, waren von Anfang an Landwirte, Jäger und Förster in der Kreisgruppe mit dabei und das gute Verhältnis halte bis heute. Die Geburtstagsfeier sei ein Anlass auf Gelungenes und Misslungenes zurückzublicken, sagte Helmut Bär, und auch ein Anlass, treue Weggefährten zu ehren. 40 Jahre lang befand sich das Volk Israel in der Wüste, um das gelobte Land zu finden, auch der BN sei weit vom „gelobten Land“ entfernt. Man sollte aber nicht in die Vergangenheit, sondern zuversichtlich in die Zukunft schauen und darauf hinarbeiten.

Die Stadt Bad Neustadt ist seit 45 Jahren im BN Mitglied, daran erinnerte Bürgermeister Bruno Altrichter in seinem Grußwort. Im Gründungsjahr der Kreisgruppe 1975 gab es die Energiekrise, autofreie Sonntage, Auseinandersetzungen wegen der Atomenergie, der Rhein drohte umzukippen, es gab Luftverschmutzung und ein sich vergrößerndes Ozonloch. Der Bau von Kläranlagen war eine der dringendsten Aufgaben für die Kommunen. Die Bevölkerung war sensibilisiert – eine gute Zeit, den BN Kreisverband zu gründen. Er betonte die gute Zusammenarbeit zwischen BN und Stadt, unter anderem wurde der Umweltpreis ins Leben gerufen, der jedes Jahr verliehen wird. Altrichter sagte auch weiterhin seine Unterstützung zu und bedankte sich für die Bereicherung des Pershore-Gartens durch die neue Linde.

Auch der Landkreis ist seit 45 Jahren BN-Mitglied. Landrat Thomas Habermann erwähnte die „exzellente Zusammenarbeit, ideologiefrei und an der Sache orientiert“, für die er sich bei allen Mitgliedern des BN bedankte. Er freue sich immer über die Natur im Landkreis, die traditionell mehr Biodiversität  aufweist als in anderen Gegenden mit ihren ausgeräumten Landschaften. „Jede auf Gewinnmaximierung angelegte Nutzung der Natur ist abzulehnen“, sagte der Landrat. Das gelte auch für Jäger, die Hirsche mästen, um später möglichst große Trophäen zu haben. Er lobte die Biotoparbeit der Jäger in der Rhön und die Forstwirtschaft, die heute das pflanzt, was einmal Kinder und Enkel ernten können. Er erinnerte an die gelungene Erweiterung der Kernzone des Biosphärenreservats und dankte allen Mitstreitern, die das ermöglicht haben. Die Menschen im Landkreis stünden mit Leib und Seele hinter dem Naturschutz, so der Landrat. Das könnte daran liegen, dass Menschen in ärmeren Landesteilen bewusst sei, dass sie auf die Natur angewiesen sind.

Ehrungen für mehr als 40 Jahre Treue zum Bund Naturschutz gab es im Verlauf der Feierstunde für Ludwig Neller (40 Jahre), Gunter Merleth (43 Jahre), Erwin Gensler (40 Jahre), Bernhard Büttner (40 Jahre), die Stadt Bad Neustadt, vertreten von Bürgermeister Bruno Altrichter (45 Jahre) und den Landkreis Rhön-Grabfeld, vertreten von Landrat Thomas Habermann (45 Jahre). Für den ehemaligen Geschäftsführer des Kreisverbands, Karl-Heinz Claaßen gab es eine besondere Überraschung: Ihm wurde die Bayerische Naturschutzmedaille des Bund Naturschutz verliehen. In seiner Laudatio erwähnte Weiger die umfangreiche geleistete Hintergrundarbeit von Claaßen, in dessen Haus in Wülfershausen 16 Jahre lang alle Fäden zusammenliefen. Jetzt mit 81 Jahren ist er immer noch aktiv und bringt sich ein. Neben der Medaille mit Urkunde gab es auch Präsente für Claaßen, der als „Seele der Kreisgruppe“ bezeichnet wurde.

(Aus “Rhön- und Saalepost”;   Text und Bilder: Regina Vossenkaul).

Eine Winterlinde zum 40. Geburtstag
Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft durch Hubert Weiger (links), den Kreisverbandsvorsitzenden Helmut Bär (Zweiter von links) und die Kreisvorsitzende Susanne Richter (rechts)
Verleihung der Bayerischen Naturschutzmedaille wegen besonderen Verdiensten an Karl-Heinz Claaßen, ehemaliger BN- Kreisgeschäftsführer