Eigenwasser

Schutz für die gemeindeeigene Trinkwasserversorgung und gegen Fernwasseranschluss durch eine Bürgerinitiative, die 1999 gegründet wurde.

Die Kreisgruppe unterstützt die Bemühungen zum Erhalt der Trinkwasserversorgung in den Gemeinden durch Aufklärung, wie man sparsam mit dem Trinkwasser umgeht, und dass man Waschmaschine und Toiletten an Regenwasser anschließen darf (Gemeinde muss informiert werden).

Bürgerinitiative Eigenwasserversorgung im Grabfeld e.V.

Die Gründung der Bürgerinitiative und deren Erfolge wurden sehr stark von Mitgliedern der Ortsgruppe Bad Königshofen des BUND Naturschutz initiiert und getragen.

15.11.1999

Erste Versammlung von Sulzdorfer Bürgern zum Thema Wasserversorgung. Weitere Informationsveranstaltungen zum Thema Fremd- und Eigenwasser mit der Folge, dass ein Bürgerbegehren durchgeführt wurde. Ergebnis: 64% stimmen für die Durchführung eines Bürgerentscheides

13.02.2000

Infoveranstaltung des Bund Naturschutz in Bad Königshofen über den geplanten  Anschluss der Stadt an die FWO. Viele Eintragungen in die Listen für die Durchführung eines Bürgerentscheides.

20.05.2000

Bürgerentscheid mit über 92% für die Beibehaltung der eigenen Versorgung. Keine Reaktion der Stadt bzw. des Wasserzweckverbandes, daher am

13.09.2000

Gründung der Bürgerinitiative um eine juristische Basis zu haben und weil eine Anerkennung des Willens der Bürger nicht erkennbar war.

Dezember 2000

Angebot der FWO an Gemeinde Maroldsweisach zum Anschluss an die FWO, der Stadtrat stimmt dort für diesen Anschluss. Bürgerbegehren und Bürgerentscheid in Maroldsweisach: 70% der Bürger sind gegen den Anschluss.


Ergebnisse der Abstimmung für oder gegen die Beibehaltung der eigenen Wasserversorgung

GemeindenKÖNAubstadtGroßbardorfTrappstadt
Abstimmungsberechtigte4718605694806
Abgegebenen Stimmen2450431476502
Beteiligung52 %71 %69 %62 %
Für eigenes Wasser92,50 %91,20 %88,90 %82,50 %
Für Fernwasser7,50 %8,80 %11,10 %17,50 %

Alle ziehen an einem Strang

Norbert Schneider (Mitte) vom Wasserwirtschaftsamt bei der Exkursion. Foto: D. Jetschni

18.05.2016

Insgesamt sieben Ziele wurden begutachtet, um geplante und durchgeführte Maßnahmen in Augenschein zu nehmen: der Weißbach bei Ipthausen, wo eine Umgestaltung im Rahmen der Dorferneuerung durchgeführt wurde, die Fränkische Saale östlich von Bad Königshofen als Beispiel für einen strukturarmen, strukturfern ausgebauten Bach, die Fränkische Saale in Großeibstadt, wo ein Wassererlebnisraum geplant ist, sowie die Fränkische Saale in Kleineibstadt als Beispiel für eine renaturierte Flussaue mit Hochwasserschutz, die dortige Barget, die im Ortsbereich ökologisch ausgebaut werden soll, der Albach in Großbardorf, wo ebenfalls der ökologische Ausbau geplant ist, und der Dorfgraben Großbardorf als Beispiel für Flachwasserzone, Rückhaltebecken und Uferstreifen.

Wie Norbert Schneider bestätigte, ist selten die Finanzierung von derartigen Projekten ein Problem, vielmehr die Einsicht und Mitarbeit der Grundstückseigentümer und das Engagement der Kommunen. Besonders lobend hervorgehoben wurde das Engagement der Bürgermeister Josef Demar (Großbardorf) und Jürgen Heusinger (Sulzfeld). Lob seitens des Behördenvertreters gab es auch für das Projekt „boden:ständig“ im Landkreis Rhön-Grabfeld, das bereits nach einem Jahr ein voller Erfolg ist, weil hier das Amt für Ländliche Entwicklung und die Agrokraft Bad Neustadt, ein „Ableger“ des Bauernverbandes mit guten Kontakten zu den praktizierenden Landwirten, gut zusammenarbeiten. Dabei geht es vor allem um das Schaffen von Uferstreifen (Beispiel Sulzfelder Badesee), die den Eintrag von Erdreich und Nährstoffen, die die Algenbildung fördern, verhindern. In Sulzfeld haben alle Bauern mitgemacht und an allen zum Badesee führenden Gräben und am See selbst fünf bis zehn Meter breite Pufferstreifen geschaffen, was 2,5 Kilometern entspricht. Acht Projektgebiete gibt es derzeit im Landkreis, wobei die finanzielle Förderung über KULAP (Kulturlandschaftsprogramm) einer der entscheidenden Faktoren ist.