Schlafenden Mausohren nachgespürt

31.01.2014

Bad Königshofen: Winterzählung der Fledermäuse: Weniger Tiere wegen des milden Winters

Fledermäuse sind nützliche Tiere und keine blutrünstigen Ungeheuer. Trotzdem sind viele Arten vom Aussterben bedroht und stehen deshalb unter strengem Schutz.

Um den Überblick über die Fledermaus-Populationen im Landkreis Rhön-Grabfeld zu behalten, organisiert der BN Arbeitskreis Fledermausschutz seit über 25 Jahren Fledermauszählungen – eine im Sommer und eine im Winter.

Die Winterzählung 2014 begann an diesem Mittwoch im Grabfeld im Schloss Sternberg und im Kneuerskeller in Bad Königshofen und endete am Freitag mit dem Besuch von einigen Fledermaus-Quartieren in der Rhön.

„Wir haben diesmal deutlich weniger Tiere gezählt als noch im vergangenen Winter“, zieht Georg Warnke kurz vor Beendigung der Zählaktion eine erste Bilanz. Das liege an den milden Temperaturen in diesem Winter und sei deshalb auch kein Grund zur Sorge. „Viele Tiere waren gar nicht gezwungen, sich einen frostfreien Ort zu suchen, sondern überwintern oberirdisch in Mauerritzen oder Baumhöhlen“, weiß Georg Warnke, der Leiter des BN-Arbeitskreises Fledermausschutz aus Oberelsbach.

Warnke und sein Team, darunter die langjährigen „Fledermauszähler“ Matthias Hammer von der Uni Erlangen, die Regierungsmitarbeiterin Claudia Beyer und der Herzchirurg Clemens Kliesch, haben in diesem Jahr erstmal noch eine weitere Aufgabe als nur das bloße Erfassen der Fledermaus-Bestände im Landkreis Rhön-Grabfeld. „In vielen Quartieren nehmen wir Substratproben, die in einem Greifswalder Institut auf Pilzbefall untersucht werden“, erklärt Georg Warnke. Hintergrund sei das Massensterben von Fledermäusen in Amerika, die an der Weißnasenkrankheit zugrunde gehen. Es gebe die Vermutung, dass der für den Tod von bislang über fünf Millionen Fledermäusen verantwortliche Pilz aus Europa eingeschleppt wurde. „Die europäischen Fledermäuse sind vom Massensterben aber nicht betroffen“, so Warnke. Der Pilz sei hier vermutlich schon länger verbreitet, stelle für die Tiere aber keine Gefahr dar.

„Die Untersuchungen unserer Proben sollen dazu beitragen, die Herkunft des Pilzes einzugrenzen.“ Möglicherweise könne dadurch den Fledermäusen in Amerika geholfen werden.

-> Weiterer Bericht mit detaillierten

Zählergebnissen folgt

Der BN-Arbeitskreis Fledermausschutz

Von den rund 20 Fledermausarten in Nordbayern stehen viele trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen immer noch auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Der BN-Arbeitskreis Fledermausschutz im Landkreis Rhön-Grabfeld erfasst nicht nur die Tiere bei den Sommer- und Winterzählungen, sondern sorgt auch dafür, dass überhaupt genügend geeignete Quartiere für die Flattertiere zur Verfügung stehen. So betreut der BN rund 200 Fledermauskästen im Landkreis, die regelmäßig kontrolliert und gesäubert werden müssen. Dank des Engagements der Fledermausschützer um den Oberelsbacher Georg Warnke sind die Bestände der Tiere im Landkreis seit Jahren relativ stabil. Noch relativ weit verbreitet sind zwischen Sulzdorf an der Lederhecke und der Rhön die Mopsfledermaus, die Zwergfledermaus und das Große Mausohr, während bei den Winterzählungen der vergangenen Jahre die Wasserfledermaus, das Graue Langohr oder die Fransenfledermaus nur vereinzelt angetroffen wurden. Mehr Informationen über die kleinen Säuger gibt es bei der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Nordbayern, Tel. (0 91 31) 85 28 788.

Mainpost Alfred Kordwig


Dem Mausohr auf der Spur

Quelle: Main Post: Text: Alfred Kordwig

Sinn und Zweck der bayernweiten Zählaktion, die seit langem auch im Landkreis Rhön-Grabfeld durchgeführt wird, ist es, sich einen Überblick über die Bestände der Fledermäuse im Landkreis zu verschaffen. So soll ermittelt werden, wie es um den Fledermausbestand im Kreis bestellt ist.

SCHWIERIGE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die richtigen Schlüsse aus dem Zählergebnis zu ziehen, ist allerdings eine Wissenschaft für sich, schließlich lassen sich trotz noch so akribischer Suche nicht alle Flattertiere aufspüren. Zudem hängst es stark von der Witterung ab, ob die streng geschützten Tiere überhaupt einen Unterschlupf für ihren Winterschlaf aufsuchen. „Ist es sehr warm wie in den vergangenen Monaten, dann zieht es viele Tiere gar nicht erst in ein Winterquartier“, weiß Georg Warnke.
Der Oberelsbacher ist seit 30 Jahren engagierter Fledermausschützer, die meiste Zeit davon als Leiter des Arbeitskreises „Fledermausschutz“ des Bund Naturschutz (BN) im Landkreis Rhön-Grabfeld. Mit seinem bewährten Helferkreis, darunter die langjährigen Fledermauszähler Dieter Schmitt aus Hollstadt und Clemens Kliesch aus Bad Neustadt, suchte Georg Warnke im Februar zwischen Fladungen an der nördlichen und Sulzdorf an der südlichen Landkreisgrenze wieder zahlreiche Quartiere auf, um dort die überwinternden Fledermäuse zu zählen.

STERNBERGER GEWÖLBEKELLER

„Wichtige Quartiere sind seit vielen Jahren die Gewölbekeller der Schlösser in Sternberg, Trappstadt und Roßrieth“, so Warnke, der als weitere beliebte Unterschlüpfe den Brauereikeller der Rother Bräu oder die Salzburg in Bad Neustadt aufzählt.
Es dauerte einige Wochen, bis alle erfassten Daten über Anzahl und Art der aufgefundenen Tiere in Tabellen und Grafiken Eingang gefunden hatten. Jetzt liegen die Ergebnisse der Fledermaus-Winterzählung 2016 im Landkreis Rhön-Grabfeld vor, die so in die Artenschutz-Datenbank im Landesamt für Umwelt einfließen werden: Demnach haben Georg Warnke und sein Team exakt 29 Winterquartiere aufgesucht und dort 229 Tiere aufgespürt, die sie zehn Arten zuordnen konnten. Das sind etwas mehr als in den vergangenen zwei Jahren, aber deutlich weniger als noch 2006 mit fast 450 erfassten Tieren. Am häufigsten stießen die Zähler auf Mopsfledermäuse, Zwergfledermäuse und Große Maus-ohren, während Bechsteinfledermäuse oder Wasserfledermäuse nur ganz selten registriert wurden.

DANK VON DER UMWELTMINISTERIN

Nach Einschätzung Warnkes zeigen die Zahlen, dass es den Fledermäusen im Landkreis Rhön-Grabfeld relativ gut geht. Das war nicht immer so. Noch in den 1980er Jahren war die Sorge unter den Tierschützern groß, dass einige Fledermausarten die nächsten Jahrzehnte nicht überleben würden. Dass es nicht so weit kam, ist vor allem dem Einsatz von Tierschützern wie Georg Warnke zu verdanken, die sich den Feldermausschutz auf die Fahnen geschrieben haben.
Bei der Jahrestagung der bayerischen Fledermausschützer unlängst in München ließ es sich Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) deshalb nicht nehmen, anlässlich „30 Jahre Koordinationsstellen für Fledermausschutz in Bayern“ eine Rede zu halten und langjährigen Fledermausschützern, darunter Georg Warnke, zu danken. An der von den Koordinationsstellen für Fledermausschutz in Nord- und Südbayern organisierten Veranstaltung nahm auch Andreas Streit von „Eurobats“ teil. Auch der Geschäftsführer der international für den Fledermausschutz aktiven Organisation dankte Warnke für seinen Einsatz.

02.06.2016

DER BN-ARBEITSKREIS FELDERMAUSSCHUTZ

Von den rund 20 Fledermausarten in Nordbayern stehen viele trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen immer noch auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Der BN-Arbeitskreis Fledermausschutz im Landkreis Rhön-Grabfeld erfasst nicht nur die Tiere bei den Sommer- und Winterzählungen, sondern sorgt auch dafür, dass überhaupt genügend geeignete Quartiere für die Flattertiere zur Verfügung stehen. So betreut der BN über 200 Fledermauskästen im Landkreis, die regelmäßig kontrolliert und gesäubert werden müssen. Dank des Engagements der Fledermausschützer um den Oberelsbacher Georg Warnke sind die Bestände der Tiere im Landkreis seit Jahren relativ stabil.

Noch relativ weit verbreitet sind zwischen Sulzdorf an der Lederhecke und der Rhön die Mopsfledermaus, die Zwergfledermaus und das Große Mausohr, während bei den Winterzählungen der vergangenen Jahre die Wasserfledermaus, das Graue Langohr oder die Fransenfledermaus nur vereinzelt angetroffen wurden. Mehr Informationen über die kleinen Säuger gibt es bei der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Nordbayern, Tel. (0 91 31) 85 28 788. Auch Georg Warnke gibt gerne Auskünfte unter Tel. (09774) 395, Dieter Schmitt unter der Tel. (09773) 890598) und Dr. Clemens Kliesch.

Leider ist Herr Dr. Clemens Kliesch aus beruflichen und privaten Gründen im Sedptember 2017 weggezogen.

Faszinierend eine Fledermaus auf Beutefang. Foto Thinkstock
Kopf unter: eine Fledermaus hält ihren Winterschlaf. Foto: Warnke
Andreas Streit, der Geschäftsführer von Eurobats (rechts), dankt Georg Warnke (links) für sein Engagement für den Fleder... Foto: Andreas Zahn