1000 Bäume für mehr frische Luft in der Stadt

08.12.2014

Projekt „Bäume contra CO2“ der Energie-Initiative ist in Bad Königshofen gestartet – Anpflanzung an der Saale

Nach langer Planungs- und Genehmigungsphase konnte am vergangenen Mittwoch das erste Projekt innerhalb der Aktion „Bäume contra CO2“ in die Tat umgesetzt werden. An der Saale hinter dem Busbahnhof Bad Königshofen wurden 1000 standortgerechte Setzlinge von Forstmitarbeitern in die Erde gebracht, um zu einem kleinen Wäldchen heranzuwachsen. „Jede Fläche zählt“ ist die Devise von Förster Herbert Geßner, der sich gemeinsam mit der Stadt Bad Königshofen für das Projekt der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld eingesetzt hat.

Emissionen kompensieren

Die Idee, Bäume als Speicher des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) zu pflanzen, ist nicht neu. Es gibt ähnliche Projekte wie „Plant for the planet“ oder „Atmosfair“, bei denen man die durch den Lebensstil verursachten Emissionen kompensieren kann. Allerdings werden die natürlichen Kohlenstoffspeicher bei diesen Projekten überwiegend in Afrika, Südamerika oder Asien gepflanzt. „Das können wir auch vor Ort anbieten“, sagte sich die Vorstandschaft der Energie-Initiative. Vorteil ist, dass die Sponsoren sehen können, wo ihr Wald wächst und was aus den Spendengeldern geworden ist. Erst wenn er richtig ausgewachsen ist, ist ein Baum ein echter CO2-Speicher, deshalb ist der Bestandsschutz für die nächsten 80 Jahre und mehr eine grundlegende Bedingung bei dem Projekt.

Als die Energie-Initiative Rhön und Grabfeld den CO2-Einspar-Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“ mit sechs Kommunen abgeschlossen hatte (Sieger war Motten vor Unsleben und Sulzfeld), beschäftigte die Vorstandschaft die während des Wettbewerbs oft aufgetauchte Frage, was man tun könnte, wenn zum Beispiel im Bereich Mobilität ein klimaschonendes Verhalten nicht möglich ist. So entstand der Plan, durch das Projekt „Bäume contra CO2“ Privatpersonen und Firmen Gelegenheit zu gegeben durch das Pflanzen von Bäumen das klimaschädliche Kohlendioxid zu kompensieren.

In der Praxis zeigte sich jedoch, dass viele Leute nicht gern nachrechnen, wie viel CO2 ihre Urlaubsfahrt oder der Flug verursacht haben und wie viele Bäume dafür gepflanzt werden müssten, sondern einfach eine Spende geben, um Teil des zukunftsweisenden Projekts zu sein. Wie Vorsitzender Dieter Esau berichtete, gibt es einen Durchschnittspreis, der einen Euro pro Quadratmeter Wald beträgt. Rechenbeispiele sind auf der Homepage der Energie-Initiative (www.energie-rhoen.de) zu finden.

Da es sich rechtlich bei der bepflanzten Fläche um eine Aufforstung handelt, muss das Ganze vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten genehmigt werden, was für das rund 2000 Quadratmeter große Gelände an der Saale in Bad Königshofen geschehen ist, nachdem auch das Wasserwirtschaftsamt nichts dagegen hatte. Der untere Teil des Geländes muss allerdings unbepflanzt bleiben, da es sich dort um Überschwemmungsgebiet handelt. Das Grundstück bleibt Eigentum der Stadt, die auch eventuell notwendige Durchforstungen und die Haftung übernimmt. Als Gegenleistung erhält die Stadt den Erlös aus dem Holzverkauf, sobald die Herausnahme eines Baums notwendig ist.

Sponsoren vor Ort

Zur ersten Pflanzaktion waren einige Hauptsponsoren vor Ort, es wurde auf ein gutes Gelingen angestoßen. Vorsitzender Esau überreichte an Förster Geßner eine CD zum Buch „Globale Abkühlung“ von Hans-Josef Fell. Darin zeigt der Hammelburger auf, wie man unter anderem durch das Pflanzen von Bäumen den Planeten wieder mehr ins Gleichgewicht bringen kann. Gemeinden, die an einer Aufforstungsfläche interessiert sind, können sich bei der Energie-Initiative melden.

Mainpost Regina Vossenkaul