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Kreisgruppe

Naturkundliche Exkursionen

Seit 2008 bietet die Kreisgruppe regelmäßig Wanderungen, Führungen und auch ganztägige Busausflüge zu besonders interessanten und attraktiven naturkundlichen Zielen für Mitglieder und Interessierte an. Hier einige Beispiele der vergangenen Jahre.


2025

Vogelkundliche Doppelveranstaltung des BUND Naturschutz

Die vogelkundliche Wanderung im Frühjahr ist seit vielen Jahren fester Bestandteil im Veranstaltungsprogramm der Ortsgruppe Bad Königshofen im BUND Naturschutz. In diesem Jahr gab es eine Besonderheit als Ergänzung. Am Tag vor der Exkursion wurde ein „Vorbereitungskurs“ angeboten, in dem häufige einheimische Vögel mit ihrem charakteristischen Gesang und mit Bild und naturgetreuen Präparaten vorgestellt wurden. Dabei wies die äußerst fachkundige Referentin Barbara Schmitt auf Besonderheiten im Verhalten der Tiere hin und gab Tipps, wie man sich die Stimmen leicht merken kann. Die Wanderung am nächsten Morgen führte vom Ortsausgang von Eyershausen zur BN-Streuobstwiese. Dabei hatte die Exkursionsleiterin die Strecke so gewählt, dass verschiedene Lebensräume mit ihren charakteristischen Arten besucht werden konnten. Im Ortsbereich, in der offenen Flur, in Hecken und im Wald wurden fast 30 verschiedene Arten identifiziert. Dabei verstand es Barbara Schmitt durch anschauliche Vergleiche den interessierten Zuhörern den Vogelgesang nahe zu bringen. Der rasselnde Schlüsselbund beim Girlitz, die jammernd abfallenden weichen Pfeiftöne des Fitis oder der (Sekt-)perlende Gesang des Rotkehlchens waren ebenso eindeutig, wie „Ich, ich habe dich lieb“ der Goldammer. Besonders spektakulär war die Beobachtung der Balzflugs eines Baumpiepers, bei dem die drei Phasen seines Gesangs mit den Flugphasen korreliert sind. 
Das modifizierte Konzept hat sich bewährt. Alle Teilnehmer waren von der Wanderung in den frühen Morgenstunden ebenso begeistert wie von dem Einführungskurs, der ein Wiedererkennen der Vogelstimmen erheblich erleichterte.

 

 

 

BUND Naturschutz lud zur pflanzenkundlichen Wanderung durch den Spitalwald

Eine wahre Blütenpracht empfing die Teilnehmer der pflanzenkundlichen Wanderung im Spitalwald zwischen Bad Königshofen und Herbstadt. Buschwindröschen, Gelbe Windröschen und Scharbockskraut bildeten ausgedehnte Blütenteppiche, zwischen denen die blauen Traubenhyazinthen einen attraktiven Kontrast bildeten. Dieter Jetschni, Vorsitzender der Ortsgruppe im BUND Naturschutz, der die Exkursion leitete, wusste viel zu den Besonderheiten der über zwanzig verschiedenen Pflanzenarten zu erzählen. Wie die Pflanzen zu ihren Namen kamen und welche Bedeutung sie in der Naturheilkunde besitzen erfuhren die interessierten Exkursionsteilnehmer ebenso wie Besonderheiten zur Blütenbiologie. Er konnte auch die Angst nehmen den Bärlauch mit der tödlich giftigen Herbstzeitlose zu verwechseln, hat doch der Bärlauch deutlich gestielte Blätter und einen intensiven knoblaucharten Geruch, während die die Blätter der Herbstzeitlose ungestielt und geruchlos sind.

 

BN lud zu einem Vortrag zur Nutzung von Regenwasser im Außenbereich ein

Das Einleiten des Niederschlags in den natürlichen Wasserkreislauf muss Ziel der Dachwassernutzung sein. Das ist die Kernaussage eines Vortrags von Theresa Zierer vom Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim. Dabei ging sie in ihren Ausführungen nur auf das Dachwasser von Gebäuden ein und nicht auf den Wasserrückhalt in der Landwirtschaft oder im Forst mit dem Ziel, Schwammlandschaften zu schaffen. 
Gelangt der Niederschlag bei Starkregenereignissen in die Kanalisation, besteht die Gefahr einer Überlastung und durch Rückstau kann es zu Überschwemmungen und zur Gewässerverschmutzung kommen. Durch die Anlage eines Regenwassergartens wird der Abfluss verlangsamt und die Grundwasserneubildung gefördert. Die Referentin ging in ihrem Vortrag sehr detailliert auf das Vorgehen bei der Anlage eines solchen Regenwassergartens ein, von der Status-Quo-Analyse über die Methoden zur Überprüfung der Wasserdurchlässigkeit bis hin zum Bau von Versickerungssystemen. Sehr genau führte sie die technische Umsetzung des Baus einer Mulden- und Flächenversickerung aus. Viele Nachfragen der interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer gab es bei den Möglichkeiten, durch geeignete Maßnahmen Abwassergebühren zu sparen. Im Anschluss an den theoretischen Teil wurden dann Ideen für die praktische Umsetzung an Beispielen im Außenbereich des Gymnasiums Bad Königshofen erörtert. Am alten Pausenhof der Schule bot sich dazu eine gute Möglichkeit. Tristan Vogt, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, der als Teilnehmer bei der Veranstaltung war, erwies sich dabei als äußerst kompetenter Co-Referent.

 

Ausflug mit dem Bund Naturschutz zum Brönnhof

Zunächst begrüßte Edo Günther, Vorsitzender der Kreisgruppe Schweinfurt, die Teilnehmer und stellte einen Bildband zum Brönnhof vor. Egon Schleyer, Funktionsbereichsleiter Naturschutz beim Bundesforstbetrieb gab als kompetenter Exkursionsleiter einen Überblick über die Geschichte des Areals. Das ehemals militärisch genutzte Gebiet gehört seit 2016 zum nationalen Naturerbe und beherbergt über 350 gefährdete und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Im nationalen Naturerbe ist jegliche kommerzielle Nutzung untersagt, wie etwa Imbissbuden, aber auch Photovoltaikflächen oder Windkraftanlagen. Die Natur ist weitgehend sich selbst überlassen, nur die Eichenbestände müssen regelmäßig ausgelichtet werden, da sie sonst von den konkurrenzstärkeren Buchen verdrängt würden. Die Freiflächen werden zum Teil durch Konik-Wildpferde, Angusrinder und auf 80 ha durch zweimal jährliche Beweidung durch Schafe und Ziegen offengehalten. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Strukturen, die durch die militärische Nutzung entstanden sind, zu erhalten. Herr Schleyer zeigte uns inselartige Flächen mit Binsen, die auf Verdichtung des Bodens durch Panzer hindeuten. Bei den gemähten Flächen müssen zur Erhaltung der Insektenvielfalt zwanzig Prozent Altgrasstreifen verbleiben

Regelmäßige Erfassung unterschiedlicher Arten ist ein wichtiger Teil seiner Arbeit, erläuterte Schleyer. Unter den 62 tagaktiven Faltern sind viele seltene Arten wie der Wiesenknopfameisenbläuling. Bei den Amphibien ist das Vorkommen des Kammolches von Bedeutung. Von der Mittelwaldbewirtschaftung profitieren Hirschkäfer, viele unterschiedliche Spechtarten und Fledermäuse, zum Beispiel die stark gefährdete Mopsfledermaus oder die Bechsteinfledermaus. Auch Wildkatzen wurden auf dem Gelände schon nachgewiesen. Höhepunkt der Entwicklung auf dem Brönnhof ist sicherlich die Ausweisung als Naturschutzgebiet.

 

Der Biber – ein Tier der Superlative: Biberwanderung mit dem BUND Naturschutz

Zunächst ging Dieter Jetschni auf die Geschichte des Lehrpfades ein, der entlang des Radwegs Richtung Großeibstadt führt. 
Bis 1994 verkehrten noch Züge, dann wurde die Trasse abgebaut und 1999 der Radweg eröffnet. 
Durch das Engagement von Hubert Kornbrust, der 2023 verstorben ist, konnte der Biberlehrpfad  2014 eröffnet werden.

Barbara Schmitt aus Bad Königshofen, die die Exkursion leitete, erwies sich als äußerst versierte Biber-Fachfrau. So erfuhren die Teilnehmenden, dass der streng vegan lebende Biber bis zu 30 kg schwer werden kann und dass es ihn seit 15 Millionen Jahren gibt. 1867 wurde er ausgerottet, weil die katholische Kirche ihn zum Fisch erklärte und er so in der Fastenzeit, in der die Biberweibchen trächtig sind, gegessen werden durfte. Außerdem schrieb man dem Bibergeil, das in keulenförmigen Beuteln unter dem Schambein gespeichert wird, Wunderkräfte zu. Auch die Verwendung des Biberfells wurden ihm zum Verhängnis.1966 wurde er auf Initiative des BUND Naturschutz und mit Genehmigung der Bayerischen Staatsregierung wieder eingebürgert. Die Exkursionsleiterin erklärte sehr anschaulich, auch anhand von Fotografien und Präparaten, wie und wo das größte Nagetier Europas wohnt, sie ging auf die Besonderheiten des Gebisses ein und beschrieb das Zusammenleben in einer Biberfamilie. Mit Hilfe eines Bisam-Präparats konnten die Unterschiede zum Biber verdeutlicht werden.  Auch  sehr beeindruckend war ein mitgebrachtes Biberfell. Bis zu 23.000 Haare wachsen auf einem Quadratzentimeter, der perfekte Wärmeschutz. Schade ist, dass zurzeit nur die negativen Auswirkungen des Bibers, oft mit reißerischen Überschriften, in der Presse dargestellt werden. Schmitt betonte, dass Biberreviere zu den artenreichsten Biotopen zählen: Durch die Bautätigkeit des Bibers werden neue Lebensräume für seltene Vögel, Amphibien, Fische und verschiedene Insektenarten geschaffen! Zudem bremsen die Biberdämme die Abflussgeschwindigkeit und halten das Wasser in der Fläche. Dadurch wird die Hochwassergefahr verringert und die Grundwasserneubildung gefördert. Für das trockene Grabfeld sind dies hervorragende Folgen der Biberaktivität! 


2024

Blütenpracht und Vogelstimmen Naturkundliche Wanderung durch den Spitalwald

„Was blüht denn da?“ und „Welcher Vogel singt da?“, diese Fragen wurden bei der naturkundlichen Wanderung durch den Spitalwald beantwortet, die der BUND Naturschutz traditionell im Frühjahr anbietet und die von Dieter Jetschni, dem 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe und Barbara Schmitt geleitet wurde. Dabei ging es bei den Pflanzen weit über das bloße Ansprechen der Arten hinaus. So erfuhren die Exkursionsteilnehmer viel über verschiedene Strategien, um Fremdbestäubung zu verhindern. Besonders anschaulich war das am Beispiel der Schlüsselblume zu erkennen, wo es bei den beiden heimischen Schlüsselblumenarten sowohl kurzgrifflige als auch langgrifflige Varianten gibt, die dadurch eine Selbstbestäubung verhindern. Blütenbiologisch besonders ist auch der Gleitfallenmechanismus beim Aronstab, der die bestäubenden Schmetterlingsmücken durch einen intensiven Aasgeruch der Blüte, die bis zu 40°C warm werden kann, anlockt. Ganz anders der Pfeffergeruch der Haselwurz, deren Blüte in der Laubstreu steckt und die von Schnecken bestäubt wird. Alle Gerüche des Waldes werden im Frühjahr überlagert durch den Bärlauch, der in großen Teilen des Spitalwaldes bestandbildend ist. Vielfältig ist die Nutzung der Pflanze als Beigabe für Quark, Soßen, Salate und Suppen oder als Bärlauchpesto. Es wurde ausdrücklich auf die Verwechslungsgefahr mit den Blättern der Herbstzeitlose hingewiesen, von der bereits 60 Gramm tödlich giftig sind. Auch das Thema Fuchsbandwurm wurde angesprochen. Kaum jemanden sind die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Scharbockskrauts als Vitamin C- und Mehllieferant oder als Kapernersatz bekannt. Insgesamt lernten die Exkursionsteilnehmer 30 verschiedenen Pflanzen mit ihren biologischen Besonderheiten kennen.
Die Vielfalt bei den Vogelstimmen ist im Wald nicht so groß wie in strukturreichen Heckenlandschaften. Es hat aber den Vorteil, dass die einzelnen Arten deutlicher zu identifizieren sind. So waren u.a. Grün- und Buntspecht, Kohl- und Blaumeise, Kleiber, Rotkehlchen oder der Zaunkönig zu hören.
 


2023

Dreiländerwanderung im Dreiländereck – viele interessante Informationen, kulinarische Genüsse, Kennenlernen, Wiedersehen und reger Austausch

Am Tag der deutschen Einheit trafen wir uns aus Bayern mit Hessen und Thüringern zu einer Exkursion an der Pflanzenkläranlage in Neustädtles. Der Einladung der BUND-Kreisgruppen Fulda, Meiningen-Schmalkalden und Rhön-Grabfeld waren etwa vierzig Interessierte gefolgt. Unter Leitung unserer Kreisgruppe Rhön-Grabfeld führte die Route von Neustädtles nach Filke zum Erlebnisbauernhof Lörzer, weiter zur Ruine Mauerschädel auf der ehemaligen DDR-Grenze und zum Café „Heimathafen“ in Willmars.
Der „Vater“ der Wurzelraumkläranlage, Hans-Peter Malawka, erklärte voller Begeisterung deren reibungslose Funktion mit Hilfe eines Schilfsumpfes seit mehr als 25 Jahren. Dies sei sogar ohne Einsatz von Strom möglich allein durch das Gefälle. Gegen massive Widerstände mussten die Planer ihre Kläranlage verwirklichen. Solche Anlagen seien jedoch nur für kleine Ortschaften realisierbar.
Man müsse halt nur die natürlichen Zusammenhänge beachten und nutzen. Helmut Bär, BN-Kreisgruppenvorsitzender, betonte, dass der erfolgreiche Kampf für die Pflanzenkläranlage nur möglich gewesen sei in unserem demokratischen System.
Weiter ging es unter Führung von Joachim Urban. Der Förster erklärte auf dem Weg die Bedeutung der roten Waldameise und deren Lebensraum sowie später den Lebensraum Bachaue.
Auf dem Erlebnisbauernhof Lörzer in Filke konnten sich dann die Teilnehmer/innen mit einer Kartoffelsuppe sättigen, bevor sie den Milchviehstall anschauten und die Funktion des  modernen Melkroboters. Die Bäuerin, Tatjana Lörzer, kann so im Wesentlichen die Arbeit mit den Kühen erledigen und zusätzlich Bildungsangebote für Kinder machen. Die mitgekommenen Kinder interessierten sich besonders für die Alpakas.
Frisch gestärkt hatten die Teilnehmer/innen nur ein kurzes Wegstück bis zur Ruine Mauerschädel. Gerhard Schätzlein, ein profunder Kenner der Heimatgeschichte im Grenzbereich, erläuterte die Hintergründe der ehemaligen Kirchenburg bis in die Gegenwart. Der Turm stand direkt auf der Grenze zu Thüringen, damit zur ehemaligen DDR. Wegen der anfallenden Erhaltungskosten überließ die DDR die Ruine der Bundesrepublik Deutschland. Mit Erstaunen erfuhr man, dass die Kirchenburg im Mittelalter vielleicht sogar zu einer Stadt in diesem Bereich gehörte.
Den Abschluss der „Dreiländerwanderung“ bildete die Einkehr im Café „Heimathafen“ in Willmars. Alle waren froh, den aufziehenden Regen dort im Trockenen bei leckeren hausgemachten Kuchen und Kaffee zu erleben. (Helmut Bär)


2018

"Dreiländerwanderung" zum fränkischen Gelbvieh

Zur diesjährigen „Dreiländerwanderung“ am 3.Oktober hatte die BUND Naturschutz-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld die Nachbarn aus den Kreisgruppen Fulda und Schmalkalden-Meinigen in die bayerische Rhön eingeladen.

23.10.2018

Der Kreisvorsitzende, Helmut Bär, konnte an die vierzig Wanderer aus dem Bereich der drei Kreisgruppen am Basaltsee begrüßen. Von dort ging es unter Leitung von Förster und  BN-Vorstandsmitglied Joachim Urban zu den Hochrhönweiden mit dem fränkischen Gelbvieh. Auf dem Weg erfuhren die Teilnehmer die Ziele des naturnahen Waldumbaues, von Nadel- zu Laubwald, der schon in früheren Jahren begonnen wurde und jetzt vor allem in den Kernzonen des Biosphärenreservates durchgeführt wird (s.Bild). Außerdem erklärte Urban den Birkhuhnbestand und andere interessante Vogelvorkommen.
Bei der Weide mit den Kühen und ihren Kälbern (s.Bild)  wurde die Gruppe von Klaus Manger erwartet, dem  Züchter der fast ausgestorbenen Rasse des fränkischen Gelbviehs. Die Kühe leben mit den Kälbern den ganzen Sommer über auf der Weide und fressen Gras und im Winter das selbst erzeugte Futter. Auf den Hochrhönweiden gab es auch in diesem Sommer genug Wasser aus einer Quelle, allerdings zuletzt zu wenig Gras, so dass die eigenen Heubestände herangezogen werden mussten. Der Trockenheit war es auch geschuldet, dass die Ochsen bereits im offenen Laufstall auf dem Hof waren, in den mittlerweilen beim Weideabtrieb auch die Kühe mit den Kälbern gebracht wurden. Manger betonte, dass sich seine Rinder wohlfühlen. Und damit das bis zur Schlachtung der Ochsen und Färsen auch so bleibt, begleitet sie der gelernte Metzger in die nahe gelegene Schlachterei in Oberweißenbrunn. Fleisch kann man beim Biohof Manger bestellen oder in einer Bischofsheimer Metzgerei kaufen.
Nach dem Abstieg durch den „Wilden Grund“ nach Ginolfs, kam die Gruppe auf den Biohof Manger, wo man seinen Hunger mit einer Gulaschsuppe und mit selbst gebackenem Kuchen stillen konnte. Helmut Bär bedankte sich bei Joachim Urban und dessen Ehefrau, sowie dem Ehepaar Manger (s.Bild) mit einem kleinen Präsent und betonte, dass ihn besonders die artgerechte Haltung der Tiere beeindrucken würde.

Fotos: Hubert Kornbrust


2016

Länderübergreifende Kreisgruppenexkursion am 3. Oktober

03.10.2016

Wiedermal fand am Tag der Deutschen Einheit eine gemeinsame naturkundliche Wanderung der

BUND Kreisgruppen von Meiningen-Schmalkalden, Fulda und Rhön-Grabfeld statt. Gastgeber war in diesem Jahr die Kreisgruppe aus Fulda.

So trafen sich 48 interessierte Naturfreunde im hessischen Schmalnau.

Mit dem Imker Thomas Löw ging es durch die Kulturlandschaft. Aus der Sicht einer Biene erläuterte der Imker Landschaftselemente wie Wald, Wiese, Felder und Flußaue und ihre Bedeutung für die Honiglieferanten.

Abschluss bildetet eine Vesper mit heimischen Wurst- und Käsewaren aus der Biolandwirtschaft.

Fahrradtour durch Feld und Flur und glückliche Hühner

18.06.2016

Trotz unsicherem Wetter folgte am Samstag eine Gruppe von Erwachsenen und Kindern der Einladung des Bund Naturschutz zu einer informativen Fahrradtour mit Michael Derleth vom Naturlandhof Derleth in Salz. Gezeigt wurden dabei verschiedene Felder zwischen Salz und Strahlungen. Michael Derleth  erklärte ein großes Kartoffelfeld, auf dem sechs verschiedene Kartoffelsorten wachsen. Schon die Pflanzen unterscheiden sich hier in Wuchshöhe und Blattform. Beim jährlichen Kartoffelfest im September kann aber jeder auch die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der Kartoffelknollen im Hof kosten. Auch ein Feld mit Bio-Erbsen sah die Gruppe. Erbsen sind Leguminosen, also Stickstoff bindende Pflanzen. Michael Derleth zeigte an einer Pflanze die Knöllchen an den Wurzeln. Diese binden den Stickstoff aus der Luft und wandeln ihn so um, dass er der Pflanze als Nahrung dient. Stirbt die Erbsenpflanze ab, verbleibt der Stickstoff im Boden und macht ihn für die nächste Anbau-Generation fruchtbar. Auf diesem Feld lernten wir auch zwei Problempflanzen des Biobauern kennen: die Distel und den Ampfer. Beide wurzeln sehr tief. Am besten lassen sich die Unkräuter mit starken, dichten Hauptkulturpflanzen begrenzen, denn nur an offenen Stellen im Feld können sich Unkräuter  entwickeln. Auch verschiedene Getreidefelder des Naturlandhofes wurden erklärt. Die Gerste wird u.a. nach der Malz-Herstellung an „bionade“ geliefert. Die anderen Getreidesorten wie Weizen, Roggen und Dinkel werden teils im Hofladen verkauft, teils an verschiedene Mühlen geliefert. Ein neues Projekt des Derleth-Hofes ist der Mais-Anbau. Da Pestizide in der ökologischen Landwirtschaft nicht verwendet werden, ist auch dort mechanische Unkrautbekämpfung nötig. An diesem Feld erklärte Michael Derleth auch die Kreislaufwirtschaft zwischen verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben. Der Mais wird an einen anderen Bio-Hof mit Rinderhaltung als Futter geliefert, dieser versorgt dafür das Feld mit Nährstoffen aus Mist und Rindergülle. Ökologische Feldwirtschaft unterstützt auch die Artenvielfalt der Natur. Dazu tragen u.a. Lerchenfenster in den Feldern bei oder das sparsame Mähen und Mulchen der Ackerränder, so dass dort viele verschiedene Pflanzen wachsen können.

Der Höhepunkt der Exkursion war der mobile Hühnerstall, den die Gruppe gerade noch rechtzeitig vor einem Regenguss erreichte. Dort hält Michael Derleth derzeit 933 Hühner und Hähne. In einem weiteren kleineren Mobilstall sind noch einmal 500 Hühner untergebracht. Der Stall ist von einem großen Weizenfeld als Auslauf umgeben. Im Weizen picken die Hennen nach Gräsern und den Körnern. Vor allem schützt er sie aber vor Greifvögeln, die sich sonst ständig an den Hühnern bedienen würden. Im Inneren des Stalles haben die Hennen Futter, Wasser, Sitzstangen, einen Scharrbereich und Legenester. Die Bio-Eier werden im eigenen Hofladen und bei verschiedenen Wiederverkäufern zum Kauf angeboten. Nach ca. 1 ½ Jahren kommen die Hennen in eine längere Legepause. Sie werden dann geschlachtet und im Hofladen als Suppenhühner verkauft.

Nach drei Stunden Exkursion kam die Gruppe glücklich und trocken wieder im Hof an. Margit Derleth lud noch zu einer gemütlichen Brotzeit aus den eigen erzeugten Produkten ein, bei der die Eier natürlich nicht fehlen durften.

Der Naturlandhof Derleth wird von Michael Derleth schon in zweiter Generation nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Schon 1989 stellten seine Eltern den Betrieb auf diese alternative Wirtschaftsweise um. Seitdem wurden die Anbauflächen von 15 auf 200 Hektar erweitert. Der Großteil der Flächen liegt beim Kloster Maria Bildhausen. Der Naturlandhof verfolgt das Konzept „Transparenter Bauernhof“.  Dazu gehören erklärende Schilder an den Feldern und das  Angebot von Führungen.

 

Mittelspecht und Hirschkäfer - Bei BN-Exkursion die biologische Vielfalt erkundet

05.06.2016
Trappstadt (rv) Entlang der ehemaligen Grenze am Rand der Gemeinde Trappstadt wanderten 22 interessierte Teilnehmer unter der Leitung von Michael Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rhön-Grabfeld und konnten vieles entdecken, was die biologische Vielfalt dort bietet. Der Bund Naturschutz hatte zu dieser naturkundlichen Exkursion eingeladen.

Der zehn Kilometer lange "Grenzgänger"-Wanderweg entstand durch die Initiative der Gemeinden Trappstadt und Schlechtsart und verbindet die früher durch den Grenzzaun getrennten Orte durch den 10 km langen Rundweg. Genutzt wird unter anderem der ehemalige Kolonnenweg der NVA-Fahrzeuge. Auf Informationstafeln entlang der Strecke gibt es schriftliche und bildliche Hinweise auf den Aufbau der einstigen deutsch-deutschen Grenze mit Kfz-Sperrgraben, Minengürtel und Sicherungsstreifen. Entlang des Weges hat sich eine strukturreiche und somit artenreiche Landschaft erhalten. Wie Krämer berichtete, haben sich viele Grundeigentümer verpflichtet nicht zu düngen und keine Pflanzenschutzmittel zu spritzen, auch sind die Reihenabstände beim Getreide größer, so entstand eine größere Vielfalt an Ackerwildkräutern, Insekten und anderen Tieren.

Wie Krämer berichtete, ist auch der Wald dort eine Besonderheit, davon konnten sich die Teilnehmer überzeugen. Durch den rund 200 Jahre durchgeführten Nieder- und Mittelwaldbetrieb konnte sich dort eine große Artenvielfalt etablieren. Ein Indiz dafür ist der Mittelspecht, der etwas kleinere Verwandte des Buntspechts, der auf ausgedehnte Gebiete mit alten Eichen angewiesen ist. Höhepunkt der Veranstaltung war sicher die Gelegenheit zuerst ein Hirschkäfermännchen und wenige Minuten später auch ein Hirschkäferweibchen im Flug beobachten zu können. Die bis zu neun Zentimeter großen Männchen besitzen große „Geweihe“, mit denen sie gegeneinander kämpfen. Ihre Fortpflanzung ist eng mit den Eichen verbunden, denn Männchen und Weibchen brauchen für die Reifung ihrer Keimzellen den Baumsaft, der bestimmte Pilze enthält. Den finden sie an Bäumen, die durch Frostrisse, Windbruch oder Blitzschlag verletzt worden sind. Das jeweilige Siegermännchen gesellt sich zu einem Weibchen an der Baumsaft-Leckstelle und verhindert mit Hilfe seines Oberkiefers, dass sie wegläuft. Die Paarungsrituale können mehrere Tage dauern – für Nahrung ist gesorgt.  Die Hirschkäfer sind besonders geschützt, weil sie inzwischen sehr selten sind. Sie brauchen morsches Holz und die genannten Leckstellen. In vielen Gebieten ist er völlig ausgerottet.

Exkursion „Am Fluss entlang“

04.06.2016

Am 04.06 führten Franziska und Jürgen Burmester von der BN-Ortsgruppe Bad Neustadt zusammen mit Siegfried Badermann (früher WWA Bad Kissingen) eine kleine Gruppe entlang des von ihnen initiierten und mit 10 Infotafeln strukturierten Flusslehrpfades „Am Fluss entlang“.

Neben vielen Informationen zur Ökologie der Gewässer Fränkische Saale und Brend mit deren reichhaltiger und typischer Fauna, waren die Salzwiesen entlang der Saale ein Schwer-punkt dieser naturkundlichen Wanderung.

Gewässerexkursion mit dem Wasserwirtschaftsamt – Alle ziehen an einem Strang

18.05.2016

Insgesamt sieben Ziele wurden begutachtet, um geplante und durchgeführte Maßnahmen in Augenschein zu nehmen: der Weißbach bei Ipthausen, wo eine Umgestaltung im Rahmen der Dorferneuerung durchgeführt wurde, die Fränkische Saale östlich von Bad Königshofen als Beispiel für einen strukturarmen, strukturfern ausgebauten Bach, die Fränkische Saale in Großeibstadt, wo ein Wassererlebnisraum geplant ist, sowie die Fränkische Saale in Kleineibstadt als Beispiel für eine renaturierte Flussaue mit Hochwasserschutz, die dortige Barget, die im Ortsbereich ökologisch ausgebaut werden soll, der Albach in Großbardorf, wo ebenfalls der ökologische Ausbau geplant ist, und der Dorfgraben Großbardorf als Beispiel für Flachwasserzone, Rückhaltebecken und Uferstreifen.

Wie Norbert Schneider bestätigte, ist selten die Finanzierung von derartigen Projekten ein Problem, vielmehr die Einsicht und Mitarbeit der Grundstückseigentümer und das Engagement der Kommunen. Besonders lobend hervorgehoben wurde das Engagement der Bürgermeister Josef Demar (Großbardorf) und Jürgen Heusinger (Sulzfeld). Lob seitens des Behördenvertreters gab es auch für das Projekt „boden:ständig“ im Landkreis Rhön-Grabfeld, das bereits nach einem Jahr ein voller Erfolg ist, weil hier das Amt für Ländliche Entwicklung und die Agrokraft Bad Neustadt, ein „Ableger“ des Bauernverbandes mit guten Kontakten zu den praktizierenden Landwirten, gut zusammenarbeiten. Dabei geht es vor allem um das Schaffen von Uferstreifen (Beispiel Sulzfelder Badesee), die den Eintrag von Erdreich und Nährstoffen, die die Algenbildung fördern, verhindern. In Sulzfeld haben alle Bauern mitgemacht und an allen zum Badesee führenden Gräben und am See selbst fünf bis zehn Meter breite Pufferstreifen geschaffen, was 2,5 Kilometern entspricht. Acht Projektgebiete gibt es derzeit im Landkreis, wobei die finanzielle Förderung über KULAP (Kulturlandschaftsprogramm) einer der entscheidenden Faktoren ist.

Biberwanderung in den Saaleauen

27.02.2016

Bei der Biberwanderung mit Egon Hüllmandel in den Saaleauen von Bad Neustadt nahmen etwa 30 Erwachsene und 10 Kinder teil.

Seine Kenntnisse und Erfahrungen veranschaulichte Hüllmandel an z.B. an Biss- und Nagespuren.

Wildbach Sinn und Barocker Kurgarten – zwei kontraere Landschaftskonzepte in enger Nachbarschaft

Ein Tagesausflug des BUND Naturschutz Kreisgruppe Rhön-Grabfeld führte ins Sinntal bei Bad Brueckenau und in die Kuranlagen des Staatsbads. Herr Robert Hildmann (Betreuer des Kurparks Bad Brueckenau) zeigte der Gruppe die sich entwickelnde Auenlandschaft, in der sich die mäandernde Sinn wieder frei entfalten kann
Über mehr als 100 Jahre hatte die Sinn unterhalb vom Staatsbad Bad Brueckenau einen recht geradlinigen Verlauf. Hat ein Gewaesser durch Hochwasser sein Bett verlassen, so erlaubt das Bayerische Wasserhaus-haltsgesetz (BayWG) dem betroffenen Grundstueckseigentuemer, den frueheren Zustand vor dem Hochwasser wiederherzustellen. Das bedeutet:  das Gewaesser darf  sich nicht selbstaendig veraendern, es wird durch Baumaßnahmen in sein altes Bett zurueckgedraengt
Seit ca. 15 Jahren entwickelt sich die Sinn unterhalb des Staatsbades aber nun wieder zum Wildbach zurück!
Herr Hildmann erläuterte, was diesen Prozess moeglich macht:

  • Flaechenbesitzer an der Sinn verzichten darauf die Veraenderungen, die durch  Angriffe des Wassers, Veraenderungen am Ufer entstehen,  zu beseitigen. So werden z.B. zerstoerte Uferbefestigungen nicht erneuert oder Totholz darf im Wasser bleiben.
  • Großflaechig findet seit 2008 ganzjaehrige Beweidung statt. Die Laufwege der  Rinder, Ein- und Ausstiege am Ufern bieten dem Wasser Angriffspunkte  und erhöhen so die Dynamik der Entwicklung zum Wildbach.
  • Von den 50 Hektar Beweidungsflaeche  entlang der Sinn hat der BUND Naturschutz  25 Hektar erworben und dort die Eigendynamik der Sinn ermöglicht

All diese Ursachen fuehren dazu, dass die Sinn wieder frei maeandert, ihr Lauf sich um fast das Dreifache  verlaengert und somit die Fließgeschwindigkeit  verlangsamt wird. Dadurch wird die Gefahr und Auswirkung  von Hochwassern  verringert und es entwickeln sich vielfaeltige Lebensraeume mit einer enormen Biodiversitaet.

Der Biber betaetigt sich hier in gleicher Weise als Biotopmanager und Baumeister – und das alles umsonst !
Die BUND-Gruppe konnte von der im Bau befindlichen Biberplattform hoch über der Sinn die Spuren der Biberaktivitäten und die Vielgestaltigkeit der Auenlandschaft bewundern.

Im zweiten Teil der Exkursion fuehrte die Kunsthistorikerin  Michaela Queck durch die faszinierenden Kuranlagen mit fundierten Informationen und amuesanten Histoerchen zu historischen Kurbauten und Hotels aus der Zeit König Ludwig I.
Herr Robert Hildmann lieferte interessante Erklaerungen zu den Gestaltungsprinzipien der kunstvollen Gartenanlagen mit der beruehmten 4-reihigen Kastanienallee, den Terrassen, herrlichen Blumenbeeten, einem Kraeutergarten und als Endpunkt der 1000-jaehrigen Eiche.

Alle Teilnehmer der Exkursion  waren trotz der regenreichen Großwetterlage  befriedigt, dass den ganzen Tag über alle Besichtigungen ohne Regen genossen werden konnten. Erst als alle im Bus saßen, oeffnete der Himmel wieder seine Schleusen!

 


2014

Dreiländertreffen des BUND am Tag der Deutschen Einheit

03.10.2014

Der BUND-Kreisverband Schmalkalden – Meiningen hatte zu einer Wanderung entlang des Grünen Bandes eingeladen.

Über 50 BUND- und BN- Mitglieder aus Thüringen, Hessen und Bayern wanderten bei herrlichem Wetter über 8 km entlang des Grünen Bandes von Mendhausen bis zum Deutsch – Deutschen – Freilandmuseum bei Behrungen.

Frank Henkel vom BUND Meiningen gab unterwegs wertvolle Informationen zur Biologie und Ökologie am Grünen Band. Dr. Walter Rußwurm, ehemaliger Bürgermeister von Behrungen erläuterte die ehemalige Grenzanlage  im Freilichtmuseum, bereichert durch Schilderungen von Begebenheiten am Grenzzaun vor der Wiedervereinigung.

Ein gemütliches Beisammensein mit einem wohlschmeckenden Vesper rundete den Tag ab.

 

Mitwitz - Kultur und Natur am Tor zum Frankenwald

Besichtigung der historischen Wasserburg Mitwitz, in der auch das Ökologische Zentrum für Oberfranken seinen Sitz hat Wanderung am Grünen Band unter Leitung von Sebastian Beyer (Ökol. Zentrum)


2012

Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich

Besuch des Nationalparkzentrums mit informativer Ausstellung zum Lebensraum Wald; Geführte Wanderung durch einzigartigen Buchenbestand; Begehung des Baumkronenpfades, der sich in zwei Schleifen von mehreren Hundert Meter Länge durch die Kronen der Urwaldbäume schlängelt; Auf der Heimfahrt Kaffeepause bzw. Spaziergang in Eisenach.


2011

Zu den Methusalembäumen im Steigerwald

Wanderung durch Altbuchenbestand (300-400 Jahre alt) Kleinengelein, Wanderung im Handtal oder Besichtigung der Zisterzienserkirche Ebrach


2008

Auf den Spuren der Wildkatze und über den Wipfeln der Bäume im Nationalpark Hainich

Wanderung durch den größten Laubwaldbestand Deutschlands - Ranger informiert über die Wiedereinbürgerung der Wildkatze - Besuch des Baumkronenpfads mit Aussichtsplattform in 44 m Höhe - Auf der Rückfahrt: Stadtrundgang in Eisenach