Ortsgruppe Bad Königshofen

2. Vorsitzender

Klaus Albert
Schreinermeister und Arbeitserzieher

ÖKOLOGISCHE WAHLPRÜFSTEINE FÜR DIE BÜRGERMEISTERKANDIDATEN UND DEREN ANTWORTEN

 

Die Vorstandschaft der Ortsgruppe hat ökologische Wahlprüfsteine für die Bürgermeisterkandidaten in Bad Königshofen erstellt und folgende Antworten erhalten:

Die Antwort von Thomas Helbling finden sie hier

Die Antwort von Frank Helmerich finden sie hier

Stellungnahme des BUND Naturschutz zu den Antworten der Bürgermeisterkandidaten:

Wir freuen uns über die ausführlichen Antworten und begrüßen die Aufgeschlossenheit der Kandidaten für ökologische Themen.

Folgende Anmerkungen dazu:

Beide Kandidaten gehen nicht auf die Frage ein, wie sie ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck verbessern könnten.

Bei den Neubaugebieten sind Anregungen für die Bauherren wichtig und sinnvoll. Zudem fordert der BN mehr Mut ökologisch sinnvolle Rahmenvorschriften zu erlassen.
Der sparsame Umgang mit Wasser oder die Überlegungen zu Regenwasserversickerung wird in Zukunft in der hiesigen Trockenregion eine hohe Priorität haben. Deshalb wünscht der BN eine finanzielle Unterstützung für den Bau von Zisternen.

Die Bereitschaft beider Kandidaten sich für blühende städtische Flächen einzutreten, ist erfreulich.
Ebenso begrüßt der BN die Überlegung zu insektenfreundlichen Mähkonzepten.

Ökologische Ernährung im städtischen Bereich könnte noch weiter gefördert werden durch Bio-Catering bei städtischen Veranstaltungen und Information über Einkaufsmöglichkeiten, regionaler Bioprodukte. Die Kinderlandversorgung mit Bioprodukten sollte ausgeweitet werden auf die Grund- und Mittelschule.

Für die stadteigenen landwirtschaftlichen Pachtflächen unterstreichen wir das Glyphosat-verbot beider Kandidaten.

Auf den Einsatz von Insektiziden im Stadtwald muss verzichtet werden. Die Forstbehörden waren bei der Schwammspinnerbekämpfung für den Einsatz und begründeten dies mit der Gefahr des Kahlfraßes und der Verpflichtung aus dem bayerischen Waldgesetz, den Wald zu erhalten. Dazu Folgendes: bisher ist kein Kahlfraß eines Waldes in Bayern nachgewiesen.(Lt. Anfrage im Landtag!) Und das bayerische Waldgesetz verpflichtet, den Wald zu erhalten „in seiner Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen sowie (in seiner) Bedeutung für die biologische Vielfalt“.
Durch den Einsatz des Insektizids Mimic wird die biologische Vielfalt geopfert zugunsten der Nutzfunktion – kurzfristig. Langfristig könnte der Kahlfraß von Bäumen eine Naturverjüngung fördern und den wirtschaftlichen Nutzen ausgleichen. Im Staatswald wurde im vergangenen Jahr auf die Anwendung von Insektiziden verzichtet!

 

Aktivitäten der Ortsgruppe Bad Königshofen

  • Erfolgreicher Bürgerentscheid „Ja zur Eigenwasserversorgung“
  • Amphibienschutz
    Aufstellen und Kontrolle von Amphibienzäunen
  • Korksammlung
    Ständige Korksammelstelle im Tegut-Markt in der Hindenburgstraße
  • Biotopschutz
    Pflege einer zwei Hektar großen Streuobstwiese mit seltenen Apfelsorten
  • Aktionen
    „Das bessere Müllkonzept“
    „Dosenfreies Bad Königshofen“
    Fast der gesamte Einzelhandel unterstützte die Aktion und nahm Getränkedosen aus seinem Sortiment. Aktionstag auf dem Marktplatz mit vielen Aktivitäten rund um die Dose/Pfandflasche und einem Preisausschreiben.
    „Gentechnikfrei aus Bayern“ - Sammlung von Unterschriften; großer Aktionstag am Marktplatz (mit zehn Meter hoher „Gentech - Tomate“)
  • Exkursionen
    Bacherkundung
    Vogelstimmenwanderungen
    Pflanzenkundliche Wanderungen
    Einheimische Pilze
    Mittelwald
    Fledermäuse
    Ökologische Landwirtschaft
  •  Vorträge
    Einheimische Orchideen
    Luftverschmutzung
    Gefährdung und Schutz einheimischer Amphibien
    Treibhauseffekt
    Naturnaher Garten
    Trinkwasserschutz
    Fassadenbegrünung
    Der Boden lebt
    Waldwirtschaft und Naturschutz
    Ökologisch waschen
    Anleitung zum Energiesparen
    Regenwassernutzung
    Ökotipps zur Weihnachtszeit
    Gewässerrenaturierung
    Elektrosmog
    Umweltschutz im Einkaufskorb
  • Kurse
    Sensen und Dengeln
    Cremes selbstgemacht
    Obstbaumschnitt
    Obstbaumveredelung
    Heimische Kräuter in der Küche
  • Organisation von Großveranstaltungen
    Frank-Markus Barwasser als Erwin Pelzig
  • Ausstellungen
  • Herausgabe des Buches „Blattgeschichten“
  • Volksbegehren „Aus Liebe zum Wald“ :  Sehr erfolgreich in unserer Region!

Blühflächen contra „Gärten des Grauens“

Die BN-Ortsgruppe Bad Königshofen blickte auf ihre Aktivitäten zurück und wählte die Vorsitzenden

26.06.2019 Bad Königshofen (regi)
Neuwahlen des Vorstands standen bei der Ortsgruppe des Bund Naturschutz auf der Tagesordnung, allerdings genügen ein erster und zweiter Vorsitzender, da es sich um keinen eigenständigen Verein handelt. Wiedergewählt wurde der langjährige Vorsitzende Dieter Jetschni, als stellvertretender Vorsitzender steht ihm Klaus Albert zur Seite. Zusätzlich wurden Christine Wehe-Bamberger und Hubert Kornbrust als Beisitzer gewählt.
Ein Rückblick auf Aktionen und Aktivitäten gab zunächst Hubert Kornbrust, der über eine Aussaat-Aktion auf einem Feld zwischen Kleinbardorf und Sulzfeld erinnerte. Fotos von einer Exkursion zum Biohof May wurden gezeigt, dort schauten sich die Teilnehmer den neuen Schweinestall an (wir berichteten) und die zwei fahrbaren Hühnerställe, bei denen Ziegenböcke Wache halten, um Raubvögel abzuschrecken. Neue Biberreviere wurden zwischen Eyershausen und Trappstadt aufgezeichnet und das neue Wildkatzenmonitoring von Kornbrust durchgeführt. Er sammelte neue Haarproben, aber die Untersuchungsergebnisse liegen noch nicht vor. Auch im Herbstädter Wald gibt es bereits Wildkatzen, haben Aufnahmen von Wildkameras gezeigt (wir berichteten).

BN-Kreisvorsitzender Helmut Bär erinnerte an die Funkwasseruhren-Aktion, dabei konnte erreicht werden, dass die Bürger selbst entscheiden können, ob sie eine Wasseruhr mit Funk-Funktion haben wollen oder nicht. Allerdings spielte hier der Gesundheitsaspekt keine Rolle, aber der Datenschutz und das Recht der Verfügung über die eigenen Daten, so Bär. Auch bei der Sprühaktion gegen Schwammspinner mit dem Häutungsgift Mimic hat sich der BN zu Wort gemeldet und auf Risiken und Nebenwirkungen hingewiesen. Es konnte erreicht werden, dass die Angelegenheit im Bad Königshöfer Stadtrat diskutiert und abgestimmt wurde, berichtete Bär. Die Mehrheit sprach sich dafür aus. Normalerweise wäre die Aktion nach Empfehlung durch das Forstamt auf dem Verwaltungsweg erledigt worden. Interessant wäre jetzt die Entwicklung der behandelten und der nicht behandelten Flächen genau zu dokumentieren, denn einige Waldbesitzer im Grabfeld haben trotz Befalls auf die Mimic-Aktion verzichtet.

Dieter Jetschni berichtete, wie die Ortsgruppe ihrem Bildungsauftrag nachgekommen ist, durch Vogelkundliche Wanderungen, eine Gewässerkundliche Exkursion, die Frühblüher-Exkursion in den Spitalwald, eine Wanderung zu den Kleinoden der Natur im Bereich Altenburg und einen Kurs „Ökologisch Kochen“ mit Ursula Seufert. Einen Beitrag zum Ferienprogramm gestaltete die Ortsgruppe auf der Haumühle, organisiert von Renate Herold und Monika Leu. Die Haus- und Straßensammlung erbrachte ein sehr gutes Ergebnis und die fleißigen Kinder dürfen sich auf einen Tagesausflug zum Klaushof freuen. Am Aufstellen des Amphibienzauns zwischen Herbstadt und Breitensee beteiligten sich diesmal sehr viele Helfer, wie Jetschni berichtete. 400 m Zaun waren in Rekordzeit befestigt.

Bezüglich der Blühflächen und des Insektensterbens finde langsam ein Umdenken statt, wurde diskutiert, aber die Leute sollten auch aufhören sich zu beschweren, wenn etwas nicht so ordentlich aussieht wie früher gewohnt. Die Bauhöfe sollten auch mal was stehen lassen und abwarten, was sich ansiedelt – das gedeihe meistens am besten, hieß es. Eine Blühwiese anlegen ist aufwendig und man braucht andere Geräte, wurde besprochen. Kritisiert wurden die „Gärten des Grauens“, Steinwüsten, die als pflegeleicht gelten und kurzzeitig in Mode gekommen sind.

Main-Post Regina Vossenkaul